Problemfall · Hannover
Asiatische Hornisse erkennen
Zur Asiatischen Hornisse kursiert viel veraltete Information — insbesondere zur Meldepflicht. Diese Seite sagt, woran Sie die Art erkennen und was seit 2025 tatsächlich gilt.
- Erst bestimmen, dann behandeln
- Preis vor Arbeitsbeginn
Der wichtigste Unterschied zuerst
Sie mĂĽssen zwei Tiere auseinanderhalten:
**Die Europäische Hornisse (*Vespa crabro*) ist heimisch, ein wichtiger Nützling und nach § 44 BNatSchG besonders geschützt**. Töten und Zerstören des Nests sind grundsätzlich verboten.
**Die Asiatische Hornisse (*Vespa velutina*) ist eine invasive Art, gelistet als invasive Art von unionsweiter Bedeutung nach EU-Verordnung 1143/2014** (seit 2016).
Verwechslungen gehen fast immer in eine Richtung: Ein groĂźes Insekt wird fĂĽr die invasive Art gehalten, und daraus wird ein Handlungsdruck abgeleitet, den es so nicht gibt.
Anzeichen
Woran Sie die Arten unterscheiden
Der zuverlässigste Blick geht auf Färbung und Beine:
- Europäische Hornisse: überwiegend gelb-braun-rötlich, mit rötlichem Brustbereich; die Beine sind dunkel. Sie wirkt insgesamt hell und rotbraun.
- Asiatische Hornisse: deutlich dunkler, fast schwarz wirkender Körper mit einer auffälligen gelb-orangen Binde am hinteren Hinterleib — und, das ist das beste Einzelmerkmal, gelbe Beinenden. Sie ist etwas kleiner als die heimische Art.
Auch die Nester unterscheiden sich: Die Europäische Hornisse nistet bevorzugt in Hohlräumen — Baumhöhlen, Dachböden, Schuppen, Rollladenkästen. Die Asiatische Hornisse baut häufig frei hängende, kugelige Nester hoch in Baumkronen, die oft erst im Herbst auffallen, wenn das Laub fällt.
Bei Unsicherheit: Machen Sie ein Foto aus sicherer Entfernung. Die Bestimmung am Telefon oder anhand eines Bildes kostet nichts.
Was seit 2025 gilt — der Punkt, den viele falsch darstellen
Hier ist Genauigkeit wichtig. Das **Bundesumweltministerium hat *Vespa velutina* Ende März 2025 als „weit verbreitet" eingestuft. Damit ist die zuvor bestehende allgemeine behördliche Beseitigungs- und sofortige Meldepflicht entfallen. Maßnahmen erfolgen seither nach Einzelfallprüfung**.
Eine freiwillige Meldung von Sichtungen wird jedoch weiterhin dringend empfohlen — besonders bei Nestern in der Nähe von Kita, Schule oder wenn Allergiker betroffen sind. Meldewege bieten unter anderem die Meldeplattformen der Länder und Naturschutzverbände.
Wenn Ihnen jemand eine „gesetzliche Meldepflicht" als feststehende Tatsache verkauft, arbeitet er mit Stand vor 2025. Länderregelungen können abweichen — die zuständige Naturschutz- oder Umweltbehörde ist der richtige Ansprechpartner für Ihren konkreten Fall.
Wie gefährlich ist sie?
Nicht gefährlicher als eine Wespe, was den einzelnen Stich angeht — wie bei allen Hornissen gilt: Das Risiko besteht vor allem für Allergiker. Der Grund für die Aufmerksamkeit ist ein anderer: Die Art ist ein ökologisches Thema, weil sie unter anderem Honigbienen erbeutet. Für Imker ist sie deshalb relevanter als für den durchschnittlichen Haushalt.
Und der bekannte Mythos gilt für beide Arten nicht: „Drei Stiche töten einen Menschen" ist falsch.
Was Sie tun sollten
- Abstand halten, Nest nicht stören, nicht bewerfen, nicht abschlagen.
- Foto aus sicherer Entfernung machen — das ist die Grundlage jeder Bestimmung.
- Nichts eigenmächtig entfernen. Bei der heimischen Art wäre das ein Rechtsverstoß, bei der invasiven fachlich riskant, weil die Nester hoch hängen.
- Sichtung freiwillig melden, besonders bei Nestern nahe sensibler Einrichtungen.
- Bei allergischer Reaktion oder Stich im Mund-/Rachenraum: sofort Notruf 112.
Wie wir vorgehen
In Hannover finden sich Hornissenvölker vor allem dort, wo alter Baumbestand an Bebauung stößt — Eilenriede, Hermann-Löns-Park, Herrenhäuser Gärten, Leinemasch, die Waldflächen um Misburg. Siehe etwa Hornissen in Herrenhausen-Stöcken.
Artbestimmung
— anhand Foto, Beschreibung und gegebenenfalls vor Ort.
Einordnung der Rechtslage
fĂĽr genau diese Art und diesen Standort.
Bei der Europäischen Hornisse
Beratung, ob überhaupt etwas nötig ist; wenn ja, Umsiedlung mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde — siehe Hornissennest umsiedeln.
Bei der Asiatischen Hornisse
Vorgehen nach Einzelfallprüfung, in Abstimmung mit der zuständigen Behörde.
FAQ
Häufige Fragen
Ich habe ein großes Kugelnest im Baum entdeckt — Asiatische Hornisse?
Möglich, aber nicht sicher. Frei hängende Kugelnester hoch in der Krone sind ein Hinweis. Machen Sie ein Foto und rufen Sie an, bevor Sie irgendetwas unternehmen.
Muss ich eine Sichtung melden?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht besteht seit der Einstufung als „weit verbreitet" im März 2025 nicht mehr. Empfohlen wird die Meldung weiterhin, besonders in der Nähe von Kitas, Schulen oder bei betroffenen Allergikern.
Was kostet die Bestimmung?
Die telefonische Einschätzung, auch anhand eines Fotos, ist kostenlos und unverbindlich. Ein Einsatz vor Ort läuft über die Einsatzpauschale ab 69 € plus Material und Aufwand — siehe Einsatzpauschale ab 69 €.
Sind meine Bienenvölker gefährdet?
Für Imker ist die Art das relevanteste Thema, weil sie Honigbienen erbeutet. Sprechen Sie das bei einer Sichtung mit Ihrem Imkerverein und der zuständigen Behörde ab.
Rufen Sie an
Ein Foto und eine kurze Beschreibung genĂĽgen fĂĽr den ersten Schritt.
Jetzt anrufen: 0176 4287 6094 — Hornissennest umsiedeln · Wespennest entfernen in Hannover · häufige Fragen.
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